In Zeiten, in denen sich die Freunde deutscher Luxus-Cabrios von intelligenten Sitze den Rücken massieren und den Nacken wärmen lassen, machen die Briten einmal mehr das pure Gegenteil: Sie stellen einen Roadster auf die Räder, der in seiner Offenheit nicht zu übertreffen ist. Ganz nach dem Motto «the sky is the limit» fährt der neue McLaren Elva im kommenden Jahr ohne Dach, ohne Windschutzscheibe und ohne Seitenfenster vor. Dafür mit einem 815 PS starken V8, der das Ding in weniger als drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt.
«Unsere Mission war es, einen zweisitzigen Roadster zu entwickeln, der das elementarste Fahrerlebnis bietet», erklärt Designchef Rob Melville. So hat sein Team eine von der Formel 1 inspirierte «technische Skulptur» geschaffen, die ebenso markant wie bemerkenswert ist. «Das Äussere fliesst als atemberaubendes Beispiel für unser neues Designprinzip in den Innenraum ein», so Melville. «Wir sind unserer Philosophie treu geblieben: keine Kompromisse!»
Mit ein paar Kompromissen müssen die Roadster-Fans dann doch leben: Zum einen werden nur gerade 399 Exemplare des Elva im südenglischen Woking gebaut, zum andern kostet der offene Purist in der Schweiz mindestens 1.75 Millionen Franken. Und weil es nicht mal ein Not-verdeck gibt, kann man den Briten nur bei trockenem Wetter fahren. Aber das wird die Kundschaft wohl kaum stören. Wer so viel Geld für dieses Spielzeug ausgibt, der hat in seiner Garage bestimmt auch ein Auto für Regentage stehen.
Warum wir jetzt einen Roadster zeigen? Damit man schon mal damit anfangen kann, rund 4500 Franken pro Tag beiseite zu legen. So klappts bis Weihnachten 2020 mit der Finanzierung …

Dieter Liechti