Text Claudia Schmid   Fotos Calypso Mahieu

TREND Es gibt sie einzeln, zu Sträussen oder Kränzen gebunden; sie brauchen weder Wasser noch Pflege und halten doch monate–wenn nicht jahrelang. «Wenn Bescheidenheit eine Zier ist, dann ist die Trockenblume ihr Symbol», fasste unlängst die Zeitung «Welt» den Deko-Trend der Stunde zusammen. Kein Wunder, bieten immer mehr Floristen von Paris über London bis Zürich Trockenes an; bei vielen generiert es mittlerweile gar einen beachtlichen Teil des Umsatzes. Und auch der Onlinehandel brummt: Getrocknetes lässt sich einfacher verschicken als Frischpflanzen. Mittlerweile gibts gar Anbieter, die ausschliesslich auf Trockenblumen setzen, etwa den Pariser Versand Bergamotte, das im waadtländischen Gland beheimatete Unternehmen Kocoon.ch oder die Firma Rosa Cadaqués in Girona und Perpignan, die auf Hochzeitssdeko spezialisiert ist.

Augenblick mal. Eine Braut mit Trockenbouquet? Klar! Denn mit den bünzligen Arrangements aus Rohrkolben, wie man sie in den Siebzigern vor jedem Hauseingang sah, hat dieses Comeback nichts zu tun. Heute regieren reduzierte, zarte Gebinde in hellen Brauntönen mit wenigen Akzenten aus gefärbten Blumen. Die Bestseller? Eukalyptus, Craspedia (diese knallgelben Kügelchen), Weizen und das kuschlig-weiche Gräschen Lagurus. Beliebt – und very instagrammable – sind ferner pink oder lila gefärbtes Broom Bloom, Farn, Mäusedorn und das gute, alte Pampasgras.

Und wie siehts mit der Ökobilanz aus? Für den europäischen Markt werden viele Trockenblumen wie ihre frischen Geschwister aus holländischen Gewächshäusern importiert, was je nach Anbau- und Transportart nicht sehr umweltfreundlich ist. Das Schweizer Start-up Arui machts da anders: Es verarbeitet nur Bio-Blumen aus der Region Luzern. Schont die Natur, das Portemonnaie – und trocknet jeden Frischstrauss ab. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 

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Tanja Mougin aus Gland am Genfersee bietet auf ihrer Website Kocoon.ch hauchzarte Arrangements wie dieses an.