In seiner Wohnung im Herzen der belgischen Hafenstadt Antwerpen ist Christian Wijnants nur selten. Der Modedesigner ist immer auf dem Sprung: Sei es um seine aktuelle Kollektion zu präsentieren, seinen neuen Flagshipstore in Antwerpen zu besuchen oder auch um im Park zu flanieren. Seine erste Damenkollektion lancierte Wijnants 2003, wenige Jahre nach dem Abschluss seines Studiums an der Antwerpse Modeacademie und nach Praktika bei Dries van Noten und Angelo Tarlazzi. Zwei Jahre später gewann er den Swiss Textiles Award und wurde Dozent an der Modeacademie, wo er bis 2011 unterrichtete. Bekannt wurde der Belgier vor allem durch seine innovativen Strickkreationen, mit denen er verschiedene Auszeichnungen wie etwa den International Woolmark Prize vor drei Jahren gewann. Seit letztem Jahr arbeitet Christian Wijnants zudem mit Swarovski zusammen und hat die funkelnden Steine auch in seiner aktuellen Sommerkollektion integriert.

Christian Wijnants, Sie sind seit über zehn Jahren in der Mode tätig. Welche Labels tragen Sie selbst?

Ich trage meistens ein schlichtes T-Shirt und Jeans. Ich besitze aber auch ein paar ausgewählte Designerstücke. Zum Beispiel Stricksachen von Pringles of Scotland, Shirts von Giorgio Armani und Lanvin, Jeans von Acne Studios und Schuhe von Weder Hodler Feder.

Haben Sie ein modisches Vorbild?

Meine persönliche Fashionikone ist Charlotte Gainsbourg. Ich bewundere ihre lebensbejahende Einstellung und verfolge ihre Schauspielkarriere mit grossem Interesse.

Was war die Inspiration für Ihre aktuelle Sommerkollektion?

Die Skulpturen von Constantin Brancusi. Der rumänische Künstler, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris Berühmtheit erlangte, war einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit und ein grosser Pionier des Modernismus.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie neben Strick am liebsten?

Ich arbeite gerne mit kontrastierenden Materialien. Ich finde es spannend, natürliche Stoffe wie Rohleinen, Seide oder Baumwolle mit synthetischen Materialien wie Neopren, Nylon oder Latex zu kombinieren.

Sie haben 2005 den Swiss Textiles Award gewonnen. Waren Sie seither wieder in der Schweiz?

Meine Mutter ist Schweizerin und stammt aus Huttwil im bernerischen Oberaargau, wo ich schon viele Male zu Besuch war. Letztes Jahr war ich jedoch in der Lenzerheide zum Skifahren.

Und wo verbringen Sie Ihre Ferien sonst?

Letzten Sommer war ich in Los Angeles, was ich sehr genossen habe. Ich liebe die Architektur dieser Stadt und das viele Grün. Ich war auch in Palm Springs. Die Häuser dort und die besondere Atmosphäre, welche die Wüste umgibt, haben mich fasziniert.

Sie wohnen und arbeiten in Antwerpen. Wo trifft man Sie an?

Ich bin gerne im Middelheim Park, der etwas ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Es handelt sich dabei um ein Freilichtmuseum mit einer grossen Rasenfläche voller Skulpturen. Die Stimmung dort ist inspirierend und zugleich beruhigend.

Ihren Flagshipstore in Antwerpen, der im Sommer 2015 eröffnet wurde, haben Sie zusammen mit dem schwedischen Architekten Andreas Bozarth Fornell eingerichtet. Welches seiner früheren Projekte hat Sie am meisten beeindruckt?

Ich mag die von ihm designte Storeausstattung für Acne Studios in Paris. Fornell arbeitet wie ich gerne mit Kontrasten und hat einen ausgeprägten Sinn für die Kombination von verschiedenen Farben und Materialien.