Die Terrasse des Hotels Crans Ambassador mit Blick auf atemberaubende Gipfel ist der beste Ort, um
die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen. Während unten im Dorf langsam die Lichter angehen, ­wirken die Schlittschuhläufer und Passanten wie Figuren einer Miniaturstadt. Von Feuerschalen und Plaids wohlig warm gehalten, kann man hier die frische Luft bei Fines-de-Claire-Austern und einem Glas Chasselas les Bernunes von Nicolas Zufferey aus dem auf dem Talboden gelegenen Siders geniessen. Das mythische Hotel erlebt zurzeit – renoviert und neu eingerichtet – eine Wiedergeburt. Nach den prunkvollen Jahren des Jetsets, der den kühnen dreieckigen Bau von 1972 schätzte, brachen, gelinde gesagt, chaotische Zeiten an, die 2016 zum Konkurs führten. Seit dieser Saison gehört das Haus zur exquisiten Hotelkette der Victoria-Jungfrau Collection (Interlaken, Zürich, Luzern und Bern) und setzt auf zwanglosen Luxus, der wunderbar zur Höhenluft passt. Das Ziel des neuen Direktors Didier Bru: «Die Dinge wirklich gut machen, immer mit einer persönlichen Note.» Damit sich auch Besucher aus dem Ort unter die Gäste mischen, stellen die Angestellten gern mal die Tische um oder drehen die Musik in der Lounge etwas höher. Und da wäre noch das Restaurant, in dem der junge Chef William Weiss (langer roter Holzfällerbart) von seinen Reisen inspirierte Gaumenfreuden zubereitet. Das Amuse-bouche kommt auf einem Walliser Stein daher, während das Goldbrassen-Tatar mit Kaviar aus Frutigen serviert wird.

Renata Libal