Enzo Enea: “Ich erinnere mich genau an den Moment, in dem ich als Kind begriff, was ein Baum wert ist.”

Landschaftsarchitekt und Kunstsammler Enzo Enea. Enea Freilicht-Baummuseum in Rapperswil-Jona. (Bild: Joël Hunn / NZZ)

INTERVIEW – Landschaftsarchitekt Enzo Enea glaubt an die kultivierte Natur: Er baut nicht nur Luxusgärten rund um den Globus, sondern betreibt am Zürichsee auch eine Altersresidenz für Bäume. Von Paulina Szczesniak Noch ist nicht viel los im Enea-Hauptquartier, an diesem Morgen im Mai kurz nach der Aufhebung des Lockdowns. Die paar Mitarbeiter hinter der provisorischen Plexiglaswand der Rezeption haben die Eingangshalle mit den hohen Fensterfronten für sich allein. An den Wänden signierte Drucke mit bunten Schmetterlingen von Damien Hirst; im Raum grosszügig präsentierte Outdoormöbel, Preis auf Anfrage. Alles ist hier weitläufig, geräumig, man ertappt sich dabei, wie man automatisch tiefere Atemzüge nimmt.…

Frühling für Handgelenk!

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UHREN – Die Baselworld ist auf Januar 2021 verschoben, Watches & Wonders findet nicht in Genf, sondern online statt, und auch sonst steht dieser Frühling irgendwie… ausserhalb der Zeit. Aber ob die Stunden nun dahinrasen oder sich endlos in die Länge ziehen, eins fällt auf: Viele Marken setzen auf zeitlose Eleganz. Keine unnötigen Schnörkel; nichts, was sich aufdrängt. Kurz und gut (aber gern mit vielen Komplikationen): Die Uhr der Stunde ist von einer unaufgeregten Ästhetik, die selbst grössere Turbulenzen gelassen überdauert. Hier 10 Prestigemodelle, die den Trend raffiniert auf den Punkt bringen. Von Renata Libal 1. Eine wie ein guter Tropfen Kaum zu glauben, wenn man sie heute so…

Wermut, wiedergeboren

Jsotta Rosé, Jsotta Bianco, Jsotta Rosso (hinten).

SWISS MADE – In den Sechzigern stand in jeder gut sortierten Schweizer Hausbar ein Jsotta-Wermut. Nach 20 Jahren Produktionspause gibts ihn heute wieder – mit ein paar kleinen Änderungen. Ein Fabrikbesuch. Von Paulina Szczesniak (Text) und Lea Meienberg (Fotos) Vor langer, langer Zeit, da gabs in Schweizer Haushalten so was wie eine heilige Dreifaltigkeit: Aromat, Ovomaltine und – Jsotta. Doch während die Streuwürze und das Malzgetränk, von Foodtrends und Trendfoods ungerührt, ihren Platz im Chuchichäschtli behaupteten, ging dem Wermut aus Stadtzürcher Produktion kurz vor dem Millennium der Schnauf aus. Waren in den 60ern noch eine halbe Million Flaschen pro Jahr über den Ladentisch…

Edward Barber: «Beim Design gehts nicht um hübsche Verpackung. Sondern darum, Wahrnehmung zu formen.»

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INTERVIEW Edward Barber, die eine Hälfte des Designerduos BarberOsgerby, erfindet Möbel, die das Leben einfacher machen. Ein Vor-Corona-Treffen in einem sehr schmalen Londoner Atelier.   Von Renata Libal Die Glastür ist mit einem weissen Sichtschutz abgeklebt. Offenbar hat man es im Designstudio mitten im hippen Londoner Stadtteil Shoreditch – Bio-Cafés, Kreativfloristen, Start-ups – gern diskret. Am Tag unseres Besuchs, kurz vor der Corona-Krise, ist Edward Barber allein im Büro. Sein Geschäftspartner Jay Osgerby gönnt sich ein paar Tage Ferien. Seit 25 Jahren bilden die beiden das Studio BarberOsgerby und designen für die namhaftesten Firmen Möbel und Objekte, die das Leben einfacher machen. Aber…

Welk? Nie!

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Text Claudia Schmid   Fotos Calypso Mahieu TREND Es gibt sie einzeln, zu Sträussen oder Kränzen gebunden; sie brauchen weder Wasser noch Pflege und halten doch monate–wenn nicht jahrelang. «Wenn Bescheidenheit eine Zier ist, dann ist die Trockenblume ihr Symbol», fasste unlängst die Zeitung «Welt» den Deko-Trend der Stunde zusammen. Kein Wunder, bieten immer mehr Floristen von Paris über London bis Zürich Trockenes an; bei vielen generiert es mittlerweile gar einen beachtlichen Teil des Umsatzes. Und auch der Onlinehandel brummt: Getrocknetes lässt sich einfacher verschicken als Frischpflanzen. Mittlerweile gibts gar Anbieter, die ausschliesslich auf Trockenblumen setzen, etwa den Pariser Versand Bergamotte, das im waadtländischen…

Auf Qualität stehen

Bally 200127, Leder wird an die Holzsohle geleimt und der Schuh geformt

Der Scribe Novo von Bally steht für Schweizer Schuhmacherkunst vom feinsten. Das Modell, das es seit 1951 gibt, wird noch immer im Tessin von Hand gefertigt. Ein Fabrikbesuch. Von Estelle Lucien (Text) und Lea Meienberg (Fotos)     SWISS MADE Caslano. Zwanzig Minuten Fahrt von Lugano entfernt liegt das 5000-Seelen-Städtchen, direkt am westlichsten Zipfel des Lago di Lugano und nah an der italienischen Grenze. Unser Ziel befindet sich allerdings weder am Lido noch in einer der gepflasterten Gassen, sondern etwas ausserhalb: die Fabbrica Bally. Auch wenn die Taditionsmarke mittlerweile zur JAB Holding der deutschen Unternehmerfamilie Reimann gehört und einen Grossteil der Produkte in Italien produzieren lässt,…

Kim Jones: «Das Oeuvre von Christian Dior war ziemlich viril»

DIOR MEN'S SUMMER 2020 SHOW - KIM JONES PORTRAIT BY BRETT LLOYD FOR DIOR_EDITO

INTERVIEW Seit zwei Jahren ist Kim Jones Kreativchef von Dior Homme. Der Brite knüpft eng ans Erbe des legendären Firmenvaters an – aber setzt dabei, very contemporary, auf Kollaborationen. Text Valérie Guédon ©le figaro Sweatshirt und Anzughose, dazu Sneakers und eine diamantgefasste Uhr: Kim Jones machts wie seine Klientel – und paart edle Stücke gern mit etwas Popkultur. Seit der Brite im März 2018 die kreative Leitung der Herrenlinie von Dior übernommen hat, scheint das Traditionshaus an der Avenue Montaigne in Paris wieder zu jener Verspieltheit zurückgefunden zu haben, die Monsieur Dior selig einst pflegte. Gleich mit seiner ersten Kollektion…

Tierisch schön

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Bodenständig bis rustikal: Lederaccessoires, mit denen man auch ausserhalb des Stalls punktet. Von links nach rechts: Tasche Mademoiselle aus cognacfarbenem, teils gelochtem Leder, Longchamp. Zylinderförmige Ledertasche mit schwarzem, dekorativem Schulterriemen, Miu Miu. Basttasche mit Trageriemen aus cognacfarbenem Leder, Prada. Tasche Cesta in Korboptik aus handgeflochtenem Leder, Martinez. Minibeuteltasche Mon Trésor aus zweifarbigem Bast, mit kurzem Trageriemen aus Leder, Fendi. Beuteltasche Maillon triomphe aus cognacfarbenem Kalbsleder, Celine by Hedi Slimane. Fotos: Calypso Mahieu, Styling: Simon Pylyser

Ringlein wechsle dich

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Zum 15-Jahr-Jubiläum schenkt sich Mood, der Schweizer Spezialist für auswechselbare Ringe, ein auf 15 Stück limitiertes Luxusexemplar. Sein von Amila Pousaz designtes Addon (so heisst das austauschbare Mittelstück) ist von Brasilien inspiriert und enthält 140 Diamanten, je sechs Topase und Smarag-de sowie drei Türkis-Cabochons (total 1.3 Karat). Die Gravuren und Fassungen sind ausnahmslos von Hand gefertigt.   E. L. Addon, Modell Brasilien, aus 18-Karat-Weiss-gold, 9000 Fr., www.yourmood.net

Gnadenlos offen

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In Zeiten, in denen sich die Freunde deutscher Luxus-Cabrios von intelligenten Sitze den Rücken massieren und den Nacken wärmen lassen, machen die Briten einmal mehr das pure Gegenteil: Sie stellen einen Roadster auf die Räder, der in seiner Offenheit nicht zu übertreffen ist. Ganz nach dem Motto «the sky is the limit» fährt der neue McLaren Elva im kommenden Jahr ohne Dach, ohne Windschutzscheibe und ohne Seitenfenster vor. Dafür mit einem 815 PS starken V8, der das Ding in weniger als drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. «Unsere Mission war es, einen zweisitzigen Roadster zu entwickeln, der das elementarste Fahrerlebnis…